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Schritte zum Frieden wagen

Streit gibt es immer wieder. Streit ist international. Wie kommt man zum Frieden?

Schritt für Schritt! In Lettland stellten Streitschlichterinnen der Realschule Neunkirchen die vier Schritte eines Konfliktlösungsgespräches auf dem internationalen Friedensforum von „beyond war“ vor. Diese Friedensbewegung veranstaltet jedes Jahr ein Friedensforum, um mit Vorträgen und Workshops Menschen für ein friedliches Miteinander zu motivieren. Ende April 2013  fand das Friedensforum in Valmiera/Lettland statt. Vor 14 Jahren vermittelte Friederike Schlebusch diese Verbindung an das Staatliche Gymnasium Valmiera, die Partnerschule der Realschule Neunkirchen. Dieses Gymnasium mit seinem Direktor Janis Zemlickis war auch jetzt wieder Gastgeber. Organisiert wurde das Forum von Silvija Indane und Valerija Minajewa.  Thema war: „Wie löse ich Konflikte in Schule, Familie und unter Freunden?“

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Die verantwortlichen Gäste beim Friedensforum von links nach rechts:
1.Reihe Agita Aboltina, Marlene Langel, Friederike Schlebusch
2.Reihe Astrid Weiß, Hans Zulliger, Anita Lutere, Liane Viduce, Ann Zulliger

An der Realschule Neunkirchen gibt es seit 1999 Streitschlichtung von Schülern unter Schülern. Hier liegt das Konzept von Günter Braun und Wolfgang Hünicke aus Sundern zugrunde, das immer wieder von den Ausbildungslehrerinnen Marlene Langel und Astrid Weiß überarbeitet und ergänzt wurde. Da war es bald klar, dass drei der Streitschlichterinnen, nämlich Asude Aktas, Anastasia Lange und Jessica Zeier, mit Marlene Langel und Astrid Weiß auf dem Friedensforum  in Lettland einige wichtige Grundideen  für Konfliktlösung in der Schule vorstellen sollten.

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Das Gymnasium in Valmiera – unsere Partnerschule seit 1999.

Nach einer feierlichen Begrüßung durch den Bürgermeister und den Direktor des Gymnasiums und musikalischen Beiträgen vom Chor und von Solisten der Schule erklärten  Ann und Hans Zulliger (Schweiz) die Prinzipien von „beyond war“. Danach begann die Arbeit in Plenum und Arbeitsgruppen, die  von der deutschen Delegation vorbereitet worden war. Zuerst spielten Anastasia und Asude eine typische Konfliktsituation vor und zankten sich  – alles in Englisch selbstverständlich. Die Forumsteilnehmer wurden sofort eingebunden, indem sie auf einem Arbeitsblatt die bei ihnen durch dieses Anspiel ausgelösten Gefühle ankreuzen und danach besprechen sollten.

Auch nach den später gezeigten vier Schritten einer Streitschlichtung  durch Jessica  wurde immer wieder auf Gefühle, auf Körpersprache, Mimik und Gestik geachtet und aktives Zuhören und Empathie eingeübt. Die Teilnehmer lernten in den Workshops „Türöffner“ und „Killerphrasen“ kennen, achteten auf zugewandte Körperhaltung und versuchten in Fallbeispielen sich jeweils in die Rolle des Konfliktpartners hineinzuversetzen. Viel Spaß machten die eingestreuten Pantomimen zum Raten von Gefühlen, und auch die Rollenspiele ließen viele kreativ werden. Allen Teilnehmern war bald bewusst, dass ohne Rücksicht auf die Gefühle der Konfliktpartner keine Lösung gefunden werden kann, die beide dauerhaft zufrieden stellt – Ziel ist immer eine „win-win-solution“.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Gruppen der verschiedenen lettischen Schulen intensives Interesse an einer vollständigen Streitschlichterausbildung zeigten, die an der RSN 35 Stunden  umfasst und im Rahmen der Partnerschaft in weiteren Begegnungen – wieder in englischer Sprache –  exportiert werden könnte.

Nach der Tagung blieb leider viel zu wenig Zeit, um Land und Leute etwas kennen zu lernen,  – ein Nachmittag in Valmiera und 3 Stunden für die wunderschöne Altstadt von Riga – aber es wurden Freundschaften geschlossen, die gemeinsame Zukunft über Grenzen hinweg eröffnen.

Mit der lettischen Deutschlehrerin Anita Lutere erarbeiten Jessica, Asude und Anastasia ihre lettischen Sätze für das Feedback.
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Leider war die Zeit viel zu kurz, um mehr von Valmiera, Riga und der schönen Umgebung zu sehen.
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